Die High-Tech-Tüftler: Zwischen Handrabeit und Digitalisierung

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Speziallager von Franke sind in keinem Katalog zu finden. Angepasst an die Anforderungen der Kunden entstehen im Unternehmen in der Oberen Bahnstraße in Aalen technische Meisterwerke für das Besondere. Superleise Präzisionslager für Computertomographen oder Gepäckscanner genauso wie ultraleichte Lager aus dem 3D-Drucker oder Lager mit integriertem Antrieb. Franke Lager finden sich in der Medizintechnik, in Strickmaschinen oder in Werkzeugwechslern. Sie bestücken Leiterplatten in Höchstgeschwindigkeit oder drehen zu tausenden riesige Solarpanel dem Lauf der Sonne hinterher. Hergestellt werden sie in Durchmessern von 60 bis 2000 mm – und das bereits seit 70 Jahren. Die Marke Franke hat in der Szene einen guten Klang – sowohl als Lagerhersteller als auch als Entwicklungspartner für innovative Lösungen. Aus der Keimzelle einer kleinen Werkstatt mit einer Handvoll Leuten ist ein moderner Industriebetrieb mit 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geworden. Der überschaubare anfängliche Kundenstamm wuchs zu einem globalen Absatzmarkt mit Repräsentanten und Partnern in allen wichtigen Märkten weltweit.

 

Vieles hat sich im Laufe der Zeit bei Franke verändert – manches ist noch so wie zu Beginn. Den richtigen Mix zu finden zwischen Tradition und Moderne ist die größte Herausforderung für Geschäftsführung und Belegschaft. In der Herstellung der Drahtwälzlager wird dieser Spagat am deutlichsten. Laufringe aus Stahldraht, die als Laufbahn für Kugeln und Rollen dienen, sind das Herzstück eines jeden Franke Lagers. Sie nehmen die Belastungen auf und sorgen für die überragenden Laufeigenschaften von Franke Lagern, unabhängig von Form und Material der weiterführenden Konstruktion. Ihre Herstellung erfolgt nach traditionellen Methoden und verlangt ein Höchstmaß an Erfahrung und Geschick.

 

Anders verhält es sich mit den Gehäuseringen der Lager. Sie werden auf modernen, programmierbaren Bearbeitungsmaschinen gefertigt und sowohl einzeln als auch in großen Serien hergestellt. Räumliches Denken, eine solide Ausbildung als Facharbeiter und verantwortungsvolles, präzises Arbeiten sind hier die maßgeblichen Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rahmen der Digitalisierung hielten Bildschirme Einzug an den Arbeitsplätzen. Hier können Zeichnungsdaten mit Maschinenparametern abgeglichen oder einzelne Prozess- Schritte aufgerufen werden.

 

An den Terminals besteht auch Zugang zum Franke-Wiki, der internen Wissensdatenbank von Franke. Sie ist eines von derzeit acht laufenden Projekten zur Digitalisierung im Unternehmen. Die Digitalisierung von Prozessen und Abläufen ist derzeit die wohl größte Herausforderung für moderne Unternehmen. Gemäß einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ist der Grad der Digitalisierung in den verschiedenen Geschäftsfeldern sehr unterschiedlich. IT-Unternehmen, Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie der Handel führen das Ranking an. Das Gesundheitswesen bildet das Schlusslicht. Bester Industriezweig ist der Maschinenbau, noch vor dem Fahrzeugbau und der Energiewirtschaft. (Quelle: Monitoring- Report Wirtschaft DIGITAL 2018, Hrsg. BMWi)

Für Franke bedeutet Digitalisierung Veränderungen in der Arbeitsweise und in der Kommunikation nach innen und außen. Das Unternehmen orientiert sich dabei an den Anforderungen und Bedürfnissen der Zielgruppen. Derzeitige Digitalisierungsprojekte bei Franke sind:

• Papierlose Prozesse

• Franke WIKI Datenbank

• Online Bewerbungen (BITE Karrierepool)

• Weiterbildungsmanagement (PERVIEW)

• Franke Messenger

• Marketing-Automatisierung (Evalanche)

• Franke Sales App für den Außendienst (SHOWPAD)

• Vernetzung von Maschinen (IoT)

 

Die Anforderungen an moderne Industrieunternehmen im weltweiten Wettbewerb werden weiter steigen. Neuen Trends gegenüber offen zu sein und gleichzeitig Traditionen zu bewahren kann ein Schlüssel zum Erfolg sein.

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