Leichtbaulager im 3D-Druck-Verfahren: Völlig neue Lösungen für Konstrukteure

0

3D-Druck eröffnet Konstrukteuren völlig neue Möglichkeiten. Philipp Engert aus dem technischen Vertrieb spricht im Experteninterview darüber, wie sich die neue Technik beim Aufbau von Leichtbaulagern einsetzen lässt und welches Potenzial darin steckt.

Herr Engert, was bedeutet eigentlich 3D-Druck?

Philipp Engert: Prinzipiell sind damit Herstellungsverfahren gemeint, bei denen Objekte schichtweise aus Partikeln aufgebaut werden. Man spricht hierbei von additiven Verfahren.

Haben Sie für die Anwendung bei Franke ein bestimmtes Verfahren im Auge?

Philipp Engert: Wir konzentrieren uns derzeit auf das sogenannte Lasersintern. Hierbei entstehen Werkstücke aus Metall oder Kunststoff. Aus unserer Sicht ist das Lasersintern eine der vielversprechendsten Varianten im Bereich additiver Verfahren.

Wie funktioniert das?

Philipp Engert: Wie der Name schon sagt kommt beim Lasersintern ein hochenergetischer Laserstrahl zum Einsatz. Er erhitzt das Metallpulver an definierten Punkten und lässt es miteinander verschmelzen. Folgender Artikel veranschaulicht das Prinzip:  https://www.franke-innovativ.de/3d-gedruckte-lagerringe/

Weshalb interessiert sich Franke für 3D-Druck?

Philipp Engert: Wir sind ständig auf der Suche nach innovativen Technologien, die uns dazu befähigen, die Ansprüche unserer Kunden zu erfüllen. Leichtbau ist derzeit branchenübergreifend in aller Munde. 3D-Druck hat diesbezüglich einiges zu bieten.

Was hat 3D-Druck mit Leichtbau zu tun?

Philipp Engert: Gekonnter Leichtbau ist die Fähigkeit, überall dort Material wegzulassen, wo es nicht gebraucht wird. 3D-Druck gibt uns völlig neue Möglichkeiten, Geometrien von Teilen zu gestalten. Auch die Anpassung der Gehäuseteile an die umschließende Konstruktion kann nahezu nahtlos erfolgen.

Leidet darunter nicht irgendwann die Belastbarkeit des Lagers?

Philipp Engert: Nein. Hier kommt das geniale Prinzip der Franke Drahtwälzlager zur Geltung.
Die Performance des Lagers wird nur zu einem geringen Teil von der umschließenden Konstruktion
beeinflusst. Sämtliche Belastungen werden zunächst von den Laufringen der Drahtwälzlager aufgenommen. Gewiss, diese Laufringe benötigen ein entsprechendes Laufringbett. Aber Beschaffenheit und Material der umschließenden Konstruktion sind frei wählbar. Drahtwälzlager sind somit ideal für
3D-Komponenten geeignet.

Wo sehen Sie Einsatzmöglichkeiten 3D-gedruckter Wälzlager?

Philipp Engert: Anwendungen sehen wir dort wo folgende Parameter gefragt sind:

• geringstes Gewicht,
• kundenspezifisches Design,
• minimaler Einbauraum und
• schnelle Verfügbarkeit auch bei Losgröße 1.

MRK-Roboter beispielsweise, die klein und leicht gestaltet werden und den Menschen Aufgaben
abnehmen sollen, können von 3D-gedruckten Leichtbaulagern profitieren, genauso wie die Luftfahrt
oder leichte Elektrofahrzeuge.

Video: So entstehen 3D-Druck-Leichtbaulager!

Mehr Infos zu Franke Leichtbaulagern

 

Beitrag teilen

Über den Autor

Comments are closed.